10.29.09 (4:40 am)


Alles für eine sichere Zukunft   [edit]
Zugegeben, manchmal nervt es mich tierisch, wenn ich wieder einmal stundenlang in der Bibliothek sitze, Hausaufgaben mache oder Fachartikel lese, obwohl draußen die Sonne scheint und meine Freunde alle am See sind. In solchen Momenten würde ich gerne mit ihnen tauschen. Wenn ich mich mit ihnen später aber über ihre beruflichen Zukunftsaussichten unterhalte, weiß ich wieder, warum ich so hartnäckig studiere und auf vieles verzichte. Viele meiner Freunde wissen nicht, wie es bei ihnen weitergehen soll. Einige sind arbeitslos, manche haben immerhin einen befristeten Job und andere verdienen ihr Geld mit Zeitarbeit. Für die meisten sieht es nicht so aus, als würde sich ihre Situation irgendwann verbessern. Zu viele Firmen gehen Pleite, verlagern ihren Produktionsort ins Ausland oder entlassen ihre Mitarbeiter und wenden sich an eine Personalvermittlung, um an billigere Arbeitskräfte zu kommen. Einen sicheren und gut bezahlten Job hat nur noch, wer entweder Glück, Kontakte oder die richtige Qualifikation hat. Auf mein Glück möchte ich mich nicht verlassen, wenn ich ehrlich sein soll. Und Kontakte habe ich auch keine. In meiner Familie und in meinem Freundeskreis gibt es keine Unternehmer. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als besser zu werden als andere. Deswegen bilde ich mich weiter, wenn die anderen Spaß haben. Ich bin mir sicher, dass sich das eines Tages auszahlen wird. Einige Betriebe werden mich wahrscheinlich als überqualifiziert ablehnen, andere werden aber froh sein, eine Fachkraft wie mich gefunden zu haben. Und vielleicht kommt zur Qualifikation dann sogar noch ein Quäntchen Glück dazu. Der Spruch „Das Glück des Tüchtigen“ muss ja schließlich irgendwo herkommen.




10.23.09 (1:10 am)


Frustration im Zug   [edit]
Gestern bin ich das erste Mal seit langer Zeit wieder Zug gefahren. Um mich während der Reise nicht allzu sehr zu langweilen, hatte ich meinen Laptop bei mir. Als ich ihn anschaltete, bemerkte ich, wie die Personen hinter mir sich plötzlich für das, was ich machte, interessierten. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir direkt auf den Bildschirm starrten. Für mich war das ein sehr unangenehmes Gefühl. Eigentlich wollte ich etwas für mein Studium ausarbeiten. Daran war in diesem Moment natürlich nicht mehr zu denken. Schließlich habe ich keine Lust, dabei die ganze Zeit beobachtet zu werden. Zwar habe ich keine Geheimnisse, dennoch möchte ich meine Gedanken nicht mit fremden Leuten teilen. Frustriert habe ich mein Notebook ausgeschaltet und es wieder in der Tasche verstaut. Nach meiner Reise habe ich mich im Internet sofort nach Möglichkeiten informiert, um solch eine Situation in Zukunft zu vermeiden. Lange habe ich nur Sachen wie Displayschutzfolien gefunden, die zwar unangenehmen Kratzern den Garaus machen, Gaffer aber nicht vermeiden können. Doch irgendwann bin ich auf Blickschutzfilter gestoßen. Die werden ganz einfach auf dem Bildschirm angebracht und schon kann niemand mehr mitlesen, der es nicht soll. Wenn man den Blickschutz gerade nicht braucht, kann man ihn auch ganz einfach wieder entfernen. Ich habe ihn natürlich sofort bestellt. Er ist schließlich nicht nur beim Zug fahren praktisch, sondern auch in Cafés, in der Universität oder in der Straßenbahn. Dank des Blickschutzfilters kann ich in Zukunft überall ungestört arbeiten, ohne Angst haben zu müssen, dass mir jemand ungewollt über die Schulter schaut.




10.21.09 (1:39 am)


Allergien auf dem Vormarsch   [edit]
Allergien haben sich in der heutigen Zeit ziemlich stark verbreitet. Auch unsere Familie hat es nicht verschont, mein Mann, mein Sohn und ich, wir alle leiden unter Allergien. Eins muß ich gleich mal loswerden, man kann ganz gut mit Allergien leben. Viele Menschen denken nämlich, daß dies eine schwere Krankheit ist. Wenn man sich an ein paar Regeln hält, seine Medikamente regelmäßig nimmt, und alles meidet worauf man reagiert, dann kann man ein relativ normales Leben führen. Viele Menschen reagieren nur auf wenige Dinge, welche man dann mit Hilfe einer Desensibilisierung vermindern kann. Hat man aber das Pech, und regiert auf viele unterschiedliche Sachen, so gibt es diese Möglichkeit leider nicht. Mein Sohn ist leider auf so vieles allergisch, das ich schneller wäre, alles aufzuzählen auf was er nicht reagiert. Mit der Zeit haben wir gelernt, damit zu leben, man muß sich nur an die Regeln halten. Er darf zum Beispiel keine Orangen und Mandarinen essen, somit darf er natürlich auch keinen Fruchtsaft aus diesen Früchten trinken. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Direktsaft oder Saftkonzentrat. Zum Glück gibt es ja noch zahlreich andere Säfte, welche mein Kind dann trinken kann, zum Beispiel Apfelsaft, Kirschsaft, Traubensaft oder auch Birnensaft. Für meinen Sohn erscheint Vieles ein wenig ungerecht, so dürfen seine Freunde Haustiere haben und er nicht, weil er leider auch auf alle Arten von Tierhaaren reagiert. Das tut mir auch sehr weh, wenn ich ihn dann so leiden sehe, aber mit der Zeit wird er das hoffentlich endlich verstehen. Es ist schon für Erwachsene schwer damit zu leben, aber für Kinder noch viel mehr.